Morbus Wilson

Erkrankung Gen OMIM
Morbus Wilson ATP7B1 277900

Klinik / Indikation

Morbus Wilson ist eine autosomal rezessive Erkrankung mit einer geschätzten Häufigkeit, die zwischen 1:30.000 und 1:100.000 liegt. Die kupfertransportierende P-Typ ATPase ATP7B ist ein zentraler Regulator der zellulären Kupferhomeostase. Eine Veränderung des Proteins ATP7B führt zu einer Kupferüberladung vorwiegend in Leber und Gehirn.

Die Folgen von Morbus Wilson zeigen sich in Form von Lebererkrankungen (Zirrhose, chronische Hepatitis, bis hin zum Leberversagen), neurologischen Defekten (Parkinson-ähnliche Symptome, Epilepsie) und psychologischen Symptomen (Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Psychosen). Die klinischen Ausprägungen von Morbus Wilson sind variabel. Es treten Unterschiede im Erkrankungsalter, in der Schwere der Erkrankung und in der Dominanz zwischen hepatischen und neurologischen Symptomen auf.

Die Diagnose Morbus Wilson kann aus der Bewertung der klinischen Symptomatik und der Laborwerte in Hinblick auf eine pathologische Kupferhomeostase abgeleitet werden. Morbus Wilson sollte bei Patienten jeden Alters mit unklaren hepatischen oder neurologischen Symptomen in Betracht gezogen werden.

Genetik

Das ATP7B-Gen (OMIM 605882) ist auf dem langen Arm des Chromosoms 13 lokalisiert (13q14.3) und codiert für eine kupfertransportierende P-Typ ATPase, deren Hauptfunktion in der Regulation des zellulären Kupferexports sowie der Biosynthese von den beteiligten Enzymen besteht.

Fast 300 mit Morbus Wilson assoziierte Mutationen sind bekannt. Die in Europa und Nordamerika am häufigsten vorkommende Mutation ist c.3207C>A (p.His1069Gln) in Exon 14.

Diagnostik

Der Bearbeitungszeitraum liegt 4 Wochen für Indexpatienten. Für den Nachweis bzw. Ausschluss einer bereits bekannten Mutation bei weiteren Familienmitgliedern ist ca. 1 Woche anzusetzen.

Untersuchungsmaterial

2 ml EDTA-Blut des Indexpatienten sowie weiterer Familienmitglieder. Versand der Proben ungekühlt im Transportröhrchen.

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