Hypochondroplasie (HCH)

Erkrankung Gen OMIM
Hypochondroplasie FGFR3 146000

Klinik / Indikation

Die Hypochondroplasie ist eine autosomal dominant vererbte Skelettdysplasie, die der Achondroplasie ähnelt, aber eine mildere Ausprägung aufweist. Der Verdacht einer Hypochondroplasie liegt vor bei Patienten mit:

  • disproportioniertem Kleinwuchs (Erwachsenengröße zwischen 132 und 147 cm) mit kurzen Extremitäten; auch mit milder Ausprägung, so daß eine Abgrenzung vom familiären konstitutionellen Kleinwuchs schwierig sein kann,
  • Einschränkung der Ellbogenbeweglichkeit,
  • variablen radiologischen Kriterien, die von einer nur gering betonten rhizomelen Mikromelie und einer Abnahme der Bogenwurzelabstände nach kaudal bis zu pilzförmigen Extremitätenmetaphysen und plumpen Diaphysen reichen,
  • dorsal-konkav begrenzten Wirbelkörpern,
  • einem normalen Gesichts- und Hirnschädel.

Genetik

Der Hypochondroplasie liegt eine allelische Variante der Achondroplasie zugrunde. Dabei sind Veränderungen im Gen für den Fibroblasten-Wachstums-Faktor Rezeptor 3 (FGFR3) für die Erkrankung verantwortlich. Das FGFR3-Gen besteht aus 19 Exons, liegt auf Chromosom 4p16.3 und ist auf 16.5 kb genomischer DNA organisiert. Für die Exons 8 und 9 ist ein alternativer Spleißmechanismus beschrieben. Der FGF-Rezeptor 3 besteht aus 826 Aminosäuren und ist an der Kalzium-Signaltransduktion beteiligt, wobei Veränderungen des Gens eine Störung der Ossifikation zur Folge haben.

Nur etwa 1/6 aller Fälle sind familiär; ein erhöhtes väterliches Alter korreliert mit einer erhöhten Neumutationsrate. Der Großteil der Veränderungen im FGFR3-Gen stellt Aminosäureaustausche dar. Die häufigste Mutation bei Patienten mit Hypochondroplasie ist hierbei die Veränderung p.Asn540Lys in der Tyrosinkinasedomäne in Exon 13, die bei 60-65 Prozent aller Patienten beobachtet wird. Besonders bei früher Manifestation und schwerer Ausprägung der Hypochondroplasie kann die Mutation p.Asn540Lys sehr häufig gefunden werden.

Bei etwa einem Viertel aller Patienten mit Hypochondroplasie kann jedoch keine FGFR3-Mutation nachgewiesen werden; ein Teil dieser Familien zeigt darüber hinaus auch keine Kopplung zum FGFR3-Locus.

Diagnostik 

Der Bearbeitungszeitraum beim Indexpatienten liegt bei etwa 2 Wochen. Für den Nachweis bzw. den Ausschluß bereits bekannter Veränderungen bei weiteren Familienmitgliedern ist ca. eine Woche anzusetzen.

Untersuchungsmaterial

2 ml EDTA-Blut des Indexpatienten sowie weiterer Familienmitglieder. Versand der Proben ungekühlt im Transportröhrchen.

Menü