Subtelomerscreening

 

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Subtelomerscreening

 

1995 berichteten Flint und Mitarbeiter erstmals über kryptische chromosomale Aberrationen im Subtelomerbereich mittels FISH-Technik bei Patienten mit idiopathischer mentaler Retardierung. In der Folge wurden die Befunde bestätigt.

 

 

Klinik

 

Die Häufigkeit von kryptischen subtelomeren chromosomalen Aberrationen hängt von der Selektion der Ausgangskriterien der Patienten ab. Die niedrigste Rate von Befunden von etwa 0,5 Prozent werden gefunden, wenn Patienten nur eine milde mentale Retardierung haben. Liegen die klinischen Kriterien vor, die auch sonst eine konventionelle zytogenetische Diagnostik erfordern, ist die Findungsrate höher (bis zu 10 Prozent). Die  Patientenauswahl ist nach den folgenden Kriterien zu treffen:

 

Klinische Kriterien für ein Subtelomerscreening:

  1. prä- und postnataler Minderwuchs

  2. akrofaciale Dysmorphiezeichen

  3. einzelne oder mehrfache Fehlbildungen

  4. mentale Retardierung, besonders der Sprache

  5. familiäres Vorkommen von mentaler Retardierung oder anderer obiger Hauptkriterien.

 

Die in der Literatur beschriebenen Selektions-Score schließen die obigen Kriterien ein.

 

Ein Subtelomerscreening wird empfohlen, wenn bei konventioneller Karyotypisierung ein Normalbefund erhoben wurde und trotzdem der klinische Verdacht einer chromosomalen Aberration weiter besteht.

 

 

Genetik

 

In der Subtelomer-Region  der Chromosomen liegen Gene besonders dicht. Rearrangements und  chromosomale Imbalancen sind mit der konventionellen Chromosomenanalyse schwer zu bestimmen, da sie oft G-Banden negativ sind.

 

DNA-Proben markieren die jeweiligen Subtelomerregionen der p- und q-Arme aller Chromosomen außer der akrozentrischen Chromosomen 13-15 und 21-22. Die Proben haben eine Länge von 60-175 kb mit einem Abstand von 100-300 kb zum Telomer. Sie kommen in einem Multipanel zum Einsatz, wobei die Proben mit verschiedenfarbigen Fluorochromen markiert sind.

Derzeit ist in Abhängigkeit von der Patientenselektion in 0,5 –29 Prozent mit einem pathologischen Befund zu rechnen.

 

 

Methode

 

Routinemäßig wird das Subtelomerscreening in unserem Labor inzwischen mittels MLPA durchgeführt.

 

Nur in Ausnahmefällen (wenn z.B. keine Patienten-DNA vorhanden ist) erfolgt eine FISH-Analyse auf Chromosomen von Metaphaseplatten kultivierter Zellen.

Pathologische Befunde, die mittels MLPA erhoben wurden, werden anschließend per Subtelomer-FISH verifiziert.

 

Eingesetzte Sonden: ToTelVysion Multi-color FISH Probe Panel (Fa. Abbott, Vysis)

 

 

Material

 

Angaben zum Untersuchungsmaterial, der Probenentnahme und zum Versand der Proben finden Sie hier.

 

 

Kontakt

 

Dr. med. Christina Kelbova - Fachärztin für Humangenetik

Dipl.-Biol. Viola Langhof

 

 

Tel.: 0351 / 492 78 950        Fax: 0351 / 492 78 955        e-mail: info@praxisverbund-humangenetik.de

 

 

Letzte Aktualisierung: Juli 2017

 

Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung.

 

Mitteldeutscher Praxisverbund Humangenetik

 Zytogenetisches Labor

 Friedrichstraße 38/40    01067 Dresden