Molekulare Zytogenetik (FISH-Diagnostik)

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Molekulare Zytogenetik (FISH-Diagnostik)

 

Allgemeines

 

Die „in situ“-Hybridisierung ist eine Methode, Nukleinsäuresequenzen in Geweben, Zellen, Zellkernen und Chromosomen sichtbar zu machen. Die Nukleinsäuresequenz kann direkt am biologischen Präparat „in situ“ (vor Ort) lokalisiert werden.

 

Bei dieser Technik bindet die Sonden-DNA an die Ziel-DNA (Patienten-DNA). Dazu müssen zuerst sowohl die Sonden- als auch die Ziel-DNA als Einzelstrang vorliegen. Das wird durch eine Hitzedenaturierung der Sonde und der DNA des zu untersuchenden Materials erzielt. Danach erfolgt eine Renaturierung, wobei sich Sonden-DNA und Patienten-DNA zusammenfügen (Bildung eines Hybrids).

Das setzt jedoch voraus, dass die Sonden-DNA komplementär zu dem DNA-Abschnitt ist, der sichtbar gemacht werden soll.

Zur Sichtbarmachung der Ziel-DNA ist die Sonden-DNA mit einem Fluoreszenz-Farbstoff gekoppelt. Zur Auswertung wird ein Fluoreszenzmikroskop genutzt.

 

Mit der FISH-Technik ist es möglich, ein ganzes Chromosom, das Zentromer eines bestimmten Chromosoms oder aller Chromosomen, die Endbereiche der Chromosomenarme oder einzelne Abschnitte auf einem Chromosom darzustellen.

 

 

FISH-Proben

 

Man nutzt daher verschiedene Typen von FISH-Proben:

 

1. „whole chromosome painting“ – Proben (wcp-Proben)

 

 

 

 

Die Anfärbung ganzer Chromosomen erfolgt mit Hilfe von DNA-libraries aus Tausenden von Single copy-Sonden von einem Chromosom.

 

 

2. Zentromerproben

 

 

Zentromerproben enthalten „alphoide“ DNA: kurze DNA-Abschnitte, die viel-tausendfach wiederholt und von Chromosom zu Chromosom unter-schiedlich sind.

 

 

3. Lokus-spezifische Proben (LSI-Proben)

 

 

LSI-Proben bestehen aus kurzen DNA-Abschnitten, die in bakteriellen Vektoren und Hefevektoren kloniert werden können.

 

 

4. Subtelomerproben

 

 

Subtelomerproben sind LSI-Proben, die in einem Abstand von 100-300 kb vom Chromosomenende kartiert sind.

 

 

5. Telomerproben

 

 

Telomerproben bestehen aus den repetitiven DNA-Sequenzen (TTAGGG)n, die für alle Chromosomenarme identisch sind.

 

 

Multi-Color FISH

 

Eine relativ neue Methode ist die Multi-Color-FISH (siehe Abbildung unten). Alle Chromosomen können dabei gleichzeitig angefärbt und eine spektrale Karyotypisierung (SKY) durchgeführt werden.

 

 

 

Kontakt

 

Dr. med Annelore Junge - Fachärztin für Laboratoriumsmedizin / Fachärztin für Humangenetik

Dipl.-Biol. Petra Kieback

Dr. med. Christina Kelbova - Fachärztin für Humangenetik

Dipl.-Biol. Christian Ramel - Fachhumangenetiker GfH

Dipl.-Biol. Susanne Anders

 

 

Tel.: 0351 / 492 78 950        Fax: 0351 / 492 78 955        e-mail: info@praxisverbund-humangenetik.de

 

 

Letzte Aktualisierung: März 2014

 

Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung.

 

Mitteldeutscher Praxisverbund Humangenetik

Zytogenetisches Labor

Friedrichstraße 38/40    01067 Dresden